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Aktuelles aus der Kanzlei Röttig

Volle Haftung eines Fußgängers bei grob verkehrswidrigem Verhalten

Bei Verkehrsunfällen zwischen einem Fahrzeug und einem Fußgänger, haftet der Fahrzeugführer üblicherweise mindestens in Höhe der Betriebsgefahr mit. Die Betriebsgefahr entsteht schon allein dadurch, dass das Fahrzeug im öffentlichen Verkehrsraum bewegt wird.

Jedoch kann in Ausnahmefällen die Haftung wegen der Betriebsgefahr entfallen. In einem Fall, den das OLG Nürnberg zu verhandeln hatte, wollte eine Fußgängerin eine siebenspurige Fahrbahn überqueren und wurde von einem Auto erfasst. Dabei benutzte sie allerdings nicht die 15m entfernte Ampel, sondern wollte die Fahrbahn direkt dort überqueren, wo sie ihr Auto geparkt hatte. Das OLG Nürnberg entschied nun, dass die Fußgängerin grob verkehrswidrig handelt und deshalb Betriebsgefahr des Fahrzeugs entfällt. Der Autofahrer habe nicht damit rechnen müssen, dass die Fußgängerin plötzlich die Fahrbahn überqueren würde. Vor allem hätte er nicht damit rechnen müssen, dass sie nicht die Ampel benutzen würde. Zudem hätte die Fußgängerin das herankommende Fahrzeug sehen und notfalls auch auf der Fahrbahn stehen bleiben müssen.

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